von Manfred Ketels

Erstellt am 11.09.02 um 11:03:15
ID: 1031734995
Motorraumdeckel-Dichtung

Beigetragen von Manfred Ketels am April 15, 2002 at 22:15:13:

Hallo IF-Segler (mit Einbaumotor),

ich habe kein IF nach Klassenvorschriften, da ich nur Fahrtensegler bin. So bin ich auch kein Mitglied der KV. Trotzdem mag es hier vielleicht auch den einen oder anderen
interessieren. So habe ich einen Einbau-Diesel. Über die werkseitige, inzwischen hart und undicht gewordene Dichtung des Motorraumdeckels in der Plicht und einen
eigenen Versuch mit Flachdichtungen und Kontaktkleber habe ich mich lange geärgert. Nun habe ich endlich Erfolg gehabt, jedenfalls bisher.

Ich verwendete eine Moosgummidichtung mit quasi halbrunden Profil 14mm hoch. Der „Halbkreisdurchmesser“ ist 12 mm. Davon versprach ich mir einen größeren
Anpreßdruck und bessere Anpassung durch die kleinere Auflagefläche. Als Erhöhung diente eine 4mm Moosgummiflachdichtung, die eine deutlich größere Fläche als die
Halbrunddichtung haben muß. Dies war bei mir notwendig, weil ich keine in der Höhe passende Dichtung bekommen konnte. Ich habe eine Teakauflage im Cockpit, die auch
den Abstand Motordeckel Rumpf vergrößert.
Kleber: Sicaflex 291

1. Höhe des Abstandes Deckel-Rumpf im quasi angezogenen Zustand vorn und hinten mit Knetgummi feststellen, dies war bei mir jeweils 15 mm.
2. Die Gesamthöhe der Gummidichtung ist also netto (ohne Sicaflexkleber) 3mm höher.
Das scheint ein guter Wert zu sein .
3. Deckel ausbauen
4. Alte Dichtung und alle Klebereste entfernen
5. Dichtungsfläche auf Deckel mit Schleifpapier, auf Plicht mit Polierpaste säubern
6. Klebeflächen der Dichtungen (bei der Flachdichtung also beide Seiten) mit groben Schleifpapier anrauhen. Sicaflex hält sonst schlecht, ich habe viele Klebeversuche
vorher gemacht.
7. Flachdichtung passend in 4 Teile zuschneiden und satt mit Sica verkleben. Dabei an den Stoßstellen auf guten Übergang achten.
8. Halbrunddichtung passend zuschneiden, so daß hier nur eine Stoßstelle ist.
9. Sica auf die aufgeklebte Flachdichtung aufbringen.
10. Halbrundprofil auf bringen. Diese dabei mit möglichst mehreren kleinen Schraubzwingen vor allem an den Rundungen haltern aber nicht fest anziehen. Es geht
tatsächlich das Ding um die Ecke zu biegen. Dazu ist es günstig, daß das Flachprofil in der Fläche so groß ist, daß ein guter Radius eingehalten werden kann.
11. Deckel wieder einbauen.
12. Der Deckel lag dann bei mir 3 Monate im Winter lose auf. Das Halbrundprofil hatte sich schon etwas flachgedrückt, also angepaßt.
13. Deckel leicht anziehen, Eimer Wasser ins Cockpit, von unter mit Taschenlampe anschauen und staunen, alles dicht. Auch nach einer Stunde stand das Wasser noch in
den leider verbleibenden Zwischenraum Deckel-Rumpf und lief dann beim Öffnen des Deckels in den Motorraum ab. Wer hat da eine gute Idee, wie man das vermeiden
kann? Eine kleine Bohrung für einen gezielten Ablauf wird wohl immer verstopfen.

Mal sehen wie lang es nun dicht ist.

Gruß
Manfred Ketels




von Martin M.

Erstellt am 06.10.02 um 14:46:20
ID: 1033908380
Re: Motorraumdeckel-Dichtung

Beigetragen von Martin M. am Mai 02, 2002 at 12:26:28:

Als Antwort auf: Beigetragen von am April 15, 2002 at 22:15:13:

Hallo Manfred,

erstmal vielen Dank für Deine ausführliche Beschreibung und ich denke auch im Namen derer, die mit dem gleichen Problemen zu tun haben.

Eine Antwort möchte ich auf den ersten Teil deiner Mitteilung geben.

Längst nicht mehr sind alle die auch in der KV Mitglied sind Regattasegler. Die wilden Zeiten der großen Felder sind vorbei und manche sind zum Fahrtensegeln übergegangen oder probieren
beides und halten trotzdem, mit oder ohne Diesel oder auch ohne IF, der KV die Treue.
Das Internet sehe ich hier als überregionale Möglichkeit wieder neuen Schwung in eine alte Idee zu bringen. Und nur mit neuen Mitgliedern wird die KV überleben. Zugegeben ein Großteil der
IF-Boot Segler kommt aus dem Berliner Raum und daran wird sich nichts ändern, dennoch sind alle anderen die dem IF wohlgesonnen sind, herzlich gerne in der Klassenvereinigung gesehen.

Mit Grüßen von der Spree, Martin Meyer