| Unser Vater-Mutter-Kind-Sommertörn mit unserem roten IF1827 <Skrollan> auf der Ost-see musste in diesem Jahr ausfallen. Gemeinsamer Urlaub zu passender Zeit war nicht erreichbar. Damit bleibt hier als Beitrag zum Rundschreiben nur, etwas von unserer ersten Seereise im Sommer 2002 zu berichten.
Die Reiseroute ist schnell erzählt. Ab dem TSC, Berlin, in drei Tagen über die Oder bis Ueckermünde am Stettiner Haff, dann in Tagesetappen: Wolgast Saßnitz Vitte (Hid-densee) Klintholm (Mön) Gedser Warnemünde Darßer Ort Vitte Stralsund Mönkebude Mescherin Oder-Havel-Kanal Berlin. Insgesamt waren wir 18 Tage un-terwegs und haben dabei rd. 410 sm (ohne die Strecke zwischen Berlin und Stettin) zu-rückgelegt. Die Geschehnisse im Postkartenstil: Bericht an einen nicht so segelinteressierten Freund: Einige technische Aspekte der ganzen Sache und andere Bruchstücke: Ein UKW-Funkgerät ist an Bord. Das haben wir u.a. einmal auf halber Strecke zwischen Gedser und Warnemünde genutzt. Bei stark nachlassendem Wind, auf Höhe der Einfahrt des Verkehrstrennungsgebietes liegend und bei plötzlich auftretendem, pottendicken Nebel, war mit Warnemünde Traffic zu bereden, dass wir da sind und nicht anders können und ob wir demnächst von einem Frachtschiff überfahren werden. Motorengeräusche größerer Schiffe in der Nähe waren jedenfalls deutlich zu vernehmen. Antwort: Man solle die KVR-üblichen Schallsignale geben. Recht hat er! Aber hört der Steuermann eines mit vielleicht 20 kn fahrenden Frachters unsere kleine Presslufttröte? Es hat den Führerscheininhaber-Skipper doch etwas Anstrengung gekostet, das eigene "mulmige" Gefühl in der Magengegend zu übergehen und der besten Gattin plausibel zu machen, dass alles normal und sicher sei. Was ist das größte Problem am Nothafen Darßer Ort? Mücken. Sehr große, sehr dicke Mücken. Was noch? Keine Restaurants. Eigentlich lautete das Tagesziel ab Warnemünde Barhöft oder besser Vitte. Küche und Keller waren deshalb nicht mit besonderen Leckereien für das Abendessen gefüllt. Aber gegenan war der Tag schon auf Höhe Darßer Ort "aufgebraucht". Also gab es einen schönen Strandspaziergang nach Prerow. Um die fünf Kilometer hin und nocheinmal zurück sind aber für den Lieblingssohn zu viel. Und so musste Papa auf dem Rückweg ran und ihn tragen. Von der schönen Atmosphäre im Hafen hat er dann nichts mehr mitbekommen, denn vom Tragen und vom "Tagesgeschäft" erschöpft, ist er gleich zusammen mit seinem Sohn eingeschlafen. Hätte es uns auf dem Weg zur Ostsee mit Sorge erfüllen müssen, dass der deutsche Grenzabfertiger in Mescherin sagte, dass wir es mit unserem Kinderpass ohne Bild ruhig auf der polnischen Seite "versuchen" sollten? Auf polnischer Seite interessierte das angeblich fehlende Bild (Kinderpässe haben üblicherweise keins) nicht. Aber nur auf der Hinreise. Auf der Rückreise dann Einklarierung nach Polen in Trebiez (Ziegenort). Sinngemäß wiedergegebener Dialog zwischen den polnischen Beamten und uns: "Wo ist das Foto im Kinderpass?" "Welches Foto? Kinderpässe haben kein Foto." "Ohne Foto können Sie nicht nach Polen einreisen. Fahren Sie zurück nach Ueckermünde, und besorgen Sie einen Pass mit Foto." (Anmerkung: Am Ende des Urlaubs fehlte uns dafür die Zeit). "Aber auf der Hinreise konnten wir doch genau mit diesem Pass durch Polen reisen!?" "Das hätten die Kollegen nicht zulassen dürfen. Seit sechs Wochen braucht man ein Foto." "Ja, und jetzt?" "Soll der Vorgesetzte entscheiden." Einige Telefonate und insgesamt zwei Stunden- später dann doch das o.k., Einreisen zu dürfen. Das nur, weil nachvollzogen werden konnte, dass wir tatsächlich wenige Wochen zuvor mit derselben Mannschaft in Gegenrichtung durchgereist waren. Verbunden war die Genehmigung jetzt aber mit der Auflage, Polen noch am selben Tag wieder zu verlassen. Übernachten in Ziegenort war demnach nicht drin. Also los. Mastlegen in Stettin in Rekordzeit. Start unter Außenborder um 20:00 Uhr. Ankunft Mescherin bei gerade untergehendem Mond: 23:30 Uhr. Wer kontrollierte, dass wir unsere Auflage erfüllt hatten? Keiner. Der Grenzkontrollpunkt war weder auf pol-nischer, noch auf deutscher Seite besetzt. Kleiner Ärger am Schluss der Reise. Der konnte uns aber nichts anhaben, denn der Ur-laub war ansonsten so einfach wie gut. Das sofort für Sommer 2003 gemeinsam verab-schiedete Törnziel war Bornholm. Aber ohne Urlaub? Dann also 2004. |