Die Stralsunder Segelwoche bot alles, was der Segelsport zu bieten hat (außer Flaute)

Insgesamt acht IF-Boote hatten für den IF-Boot Pokal der Stralsunder Segelwoche am 13. und 14.06.2026 gemeldet und fanden sich in der alten Hansestadt am Strelasund ein. Schon die Anreise war für viele ein Erlebnis und mit allerlei Herausforderungen gewürzt.

Matthias Reckers krante beim DBYC und stellte seine „Mi Amigo“ auf seinen Trailer, doch brach ihm die Zugmaschine in Brandenburg zusammen. Diese wurde kurzerhand repariert, damit die Fahrt fortgesetzt werden konnte und er kam pünktlich am Freitag an, wie auch Stefan Grell mit der gelben „Nineteen Fifty“, die gleichfalls in Berlin auf einen Trailer geladen wurde.

Bernd Borchardt mit „Follow Me“ und Uwe Knauth mit seiner „Marie“ kamen auf eigenem Kiel aus Barth, das sind ca. 20 Seemeilen, vorwiegend in engen Fahrwassern und landschaftlich atemberaubend, direkt am Nationalpark Vorpommersche Boddenküste.

Das Vereinsboot „Pass Uff“ der Seglervereinigung Havel e. V aus Berlin liegt seit diesem Jahr fest in Stralsund an der Nordmole, für die Regatta gemeldet von meinen Vereinskameraden Maria Rösler, Harald Jänicke und Michael Alt und die „Jonathan“ von Martin Füssel aus Stralsund liegt auch dort.

Meine „Lille Vind“ liegt im Langen Kanal, einem alten Festungsgraben, direkt hinter einem Fischbrötchendampfer, und ich habe sie für die Segelwoche auch an die Nordmole verlegt. Meine Crew bestand aus Martin Meyer, unserem langjährigen, ehemaligen Vorstandsmitglied und Michiel Veldkamp, vom Vorstand der Niederländischen Marieholm-Vereinigung, der aus Amsterdam, eigens für die Segelwoche angereist ist.

Eine Absage hatte ich schon auf der PKW-Anreise von Berlin bekommen. Gaby Jek mit Ihrem „Knud“ war in der Kieler Bucht gestartet und auch schon in Stralsund angekommen, doch wichtige Termine führten dazu dass sie am Freitag abreisen musste und nicht an dem Segelevent teilnehmen konnte.

Doch was uns alle beschäftigte, war die Wettervorhersage, die starke Winde und fortwährende Schauer voraussagte. Auch die Regattaleitung war tagelang damit beschäftigt, die Vorhersagen auszuwerten und so kam bei mir die Anfrage an, ob wir, trotz unserer offensichtlich sehr seegehenden Schiffe auf die Umrundung der Insel Hiddensee verzichten wollen und nach einem kurzen Meinungsbild war klar, dass niemand Lust hatte, am Dornbusch bei sehr starkem Westwind gegen die Ostseewelle anzukämpfen.

Und so wurde eine Bahnverkürzung bekannt gegeben, die nach einer Startkreuz und einem kleinen zu segelnden Dreieck einen Nordkurs mit Wendetonne im Schaproder Bodden beinhaltete. Immerhin eine Langstrecke von ca. 24 Seemeilen, statt der 42 sm Rund Hiddensee, weil nach der Wendemarke ja noch zurück gesegelt wurde, mit einer in Lee vor Dänholm liegenden Regattatonne und einer Zielkreuz bis vor die beiden festen Tonnen nördlich der Nordmole.

So freuten sich bei unserem gemeinsamen Abendessen alle auf den ersten Segeltag am Samstag, gleichwohl der Wind recht stark werden sollte und auch einige Regengüsse angesagt waren. Doch die Stimmung war gut, die Burger lecker und die Getränke kühl.

Und so trafen wir uns recht früh zum Frühstück und zur Steuerleutebesprechung und wir legten ab, um um 8:20h zu starten. Die Startkreuz war noch recht moderat von den Winden her, doch es briste rasch auf. Da Uwe Knauth und Martin Füssel eine bessere Startkreuz gesegelt hatten, setzten wir wie sie auch unseren Spinnaker, doch konnten wir beide nicht mehr einholen, hatten aber insgesamt einen guten Blick auf die spannenden Wechsel in der Führung zwischen den beiden Booten, mit Überholversuchen in Lee und in Luv, die erfolgreich waren und manchmal auch nicht.

Es war ein raumender Halbwindkurs , bei dem der Spinnaker bis knapp vor der Wendetonne gefahren werden konnte. Zum Bergen des Segels kam uns eine überholende Fähre zu Hilfe und wir haben das dadurch erzeugt Lee genutzt, um den Spi zügig zu bergen.

Nach der Wendetonne wurde angeluvt und es war ein rauschender Hoch am Wind-Kurs in dem engen Fahrwasser, dass auf beiden Seiten sehr flach ist. Doch man konnte es gut fahren, gleichwohl die angesagte Winddrehung von West auf Nordwest auf sich warten ließ.

Mein Highlight war, dass ich an einer Stelle Martin Füssel überholen konnte, aber der Spaß währte nur kurz, weil er eine Einstellung an den Segeln fand, die ihn wieder schneller werden ließ.

Recht weit vorn waren die Barther „Marie“ und die anderen Boote kamen uns nach der Wendetonne entgegen.

So segelten wir durch den zugigen Kubitzer Bodden in Richtung der weithin sichtbaren drei Stadtkirchen und der Werfthalle der Volkswerft, doch es flaute nicht nennenswert ab und auch die Regengüsse ließen nicht lange auf sich warten. Vor der Stadt war nicht nennenswert weniger Wind und ich bin immer sehr erstaunt, wie wenig Windabdeckung die Stadt bietet.

An der Zielkreuz war die Reihenfolge entschieden und Uwe Knauth und Ingo Schmidt, die letztjährigen Gewinner des IF-Boot Pokales, gewannen die Regatta Rund Hiddensee, gefolgt von der „Jonathan“, der „Lille Vind“, „Pass Uff“, “Mi Amigo“ und der „nineteen Fifty“ von Stefan Grell.

Am Abend gab es dann zur Belohnung ein überaus abwechslungsreiches, reichhaltiges Buffet und die Siegerehrungen für die Regatta „Rund Hiddensee“.

Doch der IF-Boot Pokal besteht aus zwei Regattatagen und so folgten am Sonntag Up and Down Kurse, gemeinsam mit den in Stralsund sehr verbreiteten Albin Expressen. Doch es sollte noch deutlich mehr Wind geben, als am Samstag und der Deutsche Wetterdienst gab eine Sturmwarnung mit Böen bis zu 8 Bf für den Zeitraum ab 10:00h, dem Startzeitpunkt der drei Regattaläufe, heraus. Und so entschieden sich 5 der 6 Boote, nicht zu starten, da man sich einig war, dass die Regattaläufe sicher keinen Spaß machen werden und ein hohes Risiko besteht, dass etwas kaputt geht, wie auch schon am Samstag, an dem Stefan Grell die Rollanlage auseinanderfiel.

Nur Martin Füssel aus Stralsund mit seiner „Jonathan“ startete und wurde dadurch Sieger des Stralsunder IF-Boot Pokales. Ein mutiger Entschluss, wenn man bedenkt, dass den Expressen an dem Tag die Spinnaker aus den Lieken geflogen sind.

Herzlichen Glückwunsch an Martin mit seiner sympathischen Crew zu dem Pokal, den er nun von Barth nach Stralsund geholt hat.

Ich möchte mich aber auch bei allen anderen für ihren Einsatz und für ihre unermüdlich gute Laune trotz der sehr widrigen Verhältnisse bedanken. Eine ganz wunderbare Truppe, die sich hoffentlich im nächsten Jahr erneut trifft, denn wir sind zu der Segelwoche wieder recht herzlich eingeladen.

Bitte denkt auch an das 1. IF-Boot Treffen Boddengewässer und Rügen vom 17.-19.07.2026 in Altefähr. Bitte meldet Euch bis zum 26.06.2026 bei mir, wenn ihr teilnehmen möchtet.

Eure Obfrau und Reviervertreterin „Boddengewässer und Rügen“

Marina

Auf diesem Bild ist die "Jonathan" von Martin Füssel aus Stralsund zu sehen, der den Stralsunder IF-Boot Pokal gewann.